Im Herbst fallen die Campingpreise: Kroatien 53 % günstiger, Deutsche Ostsee bis zu 24 % Ersparnis
- In Kroatien sparen Familien in der Nebensaison rund 39 € pro Nacht
- Schleswig-Holstein ist mit 31 € pro Nacht das günstigste Bundesland im Herbst
- Italien ist meistgebuchtes Herbstziel – Bayern in Deutschland verzeichnet mit +76 % das stärkste Buchungsplus
Nach dem Ende der Sommerferien beginnt für Camper in vielen europäischen Urlaubsländern eine deutlich günstigere Reisezeit. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von PiNCAMP | The camping company of ADAC, ANWB & TCS. Besonders stark sinken die Preise in klassischen Sommerdestinationen: In Kroatien sinkt der durchschnittliche Übernachtungspreis für eine Familie von 73 € in der Hochsaison auf 35 € in der Nebensaison – ein Unterschied von 53 % bzw. rund 39 € pro Nacht. Auch in Italien (-38 %), Spanien (-38 %) und Frankreich (-36 %) fällt der Saisoneffekt deutlich aus. Deutschland (-11 %) zeigt zwar eine geringere Schwankung, in Mecklenburg-Vorpommern ist die Ersparnis mit 24 % dennoch sehr attraktiv.
Kroatien: Von 73 € auf 35 € pro Nacht
In keinem anderen der zwölf betrachteten europäischen Länder unterscheidet sich das Preisniveau zwischen Hoch- und Nebensaison so stark wie in Kroatien. Im Juli und August kostet eine Campingübernachtung für eine Familie dort durchschnittlich 73 €. In der Nebensaison sind es nur noch 35 €. Das sind 53 % bzw. rund 39 € weniger pro Nacht. Bei sieben Übernachtungen entspricht der Preisunterschied rechnerisch rund 270 €.
Besonders deutlich wird der Saisoneffekt im Ländervergleich: Kroatien führt mit einer Ersparnis von 53 % zwischen Haupt- und Nebensaison, auch in Italien (-38 %), Spanien (-38 %) und Frankreich (-36 %) sinken die Preise außerhalb der Hochsaison deutlich. Am günstigsten campen Familien in der Nebensaison in Frankreich mit durchschnittlich 29 € pro Nacht, gefolgt von Schweden mit 31 € und Norwegen mit 32 €.
„Camping im Herbst wird spürbar günstiger. Wer nicht auf die Sommerferien angewiesen ist, kann jetzt deutlich sparen“, sagt Uwe Frers, Campingexperte und Geschäftsführer von PiNCAMP, dem Campingportal des ADAC.
Europa: Campingpreise in der Nebensaison 2026
| Land | Preis Nebensaison | Preisersparnis im Vergleich zur Hauptsaison (absteigend) | |
| Kroatien | 35 € | -53% | |
| Italien | 39 € | -38% | |
| Spanien | 36 € | -38% | |
| Frankreich | 29 € | -36% | |
| Europa | 35 € | -29% | |
| Schweden | 31 € | -24% | |
| Niederlande | 33 € | -22% | |
| Österreich | 45 € | -20% | |
| Vereinigtes Königreich | 43 € | -19% | |
| Dänemark | 42 € | -17% | |
| Schweiz | 51 € | -16% | |
| Norwegen | 32 € | -15% | |
| Deutschland | 36 € | -11% | |
Deutschland: An der Küste sinken die Preise besonders stark
In Deutschland fallen die saisonalen Preisunterschiede deutlich geringer aus als in den großen Mittelmeerzielen. Bundesweit kostet eine Campingübernachtung für eine Familie in der Nebensaison durchschnittlich 36 € statt 41 € im Juli und August – ein Unterschied von 11 % beziehungsweise rund 5 € pro Nacht.
An der deutschen Küste ist der Effekt dagegen deutlich stärker: In Mecklenburg-Vorpommern sinkt der durchschnittliche Übernachtungspreis von 43 € auf 33 € und damit um 24 %. In Schleswig-Holstein sind es 20 % weniger. Mit durchschnittlich 31 € pro Nacht ist Schleswig-Holstein zugleich das günstigste der ausgewerteten Bundesländer in der Nebensaison.
Deutschland: Campingpreise in der Nebensaison 2026
| Bundesland* | Preis Nebensaison | Preisersparnis im Vergleich zur Hauptsaison (absteigend) |
| Mecklenburg-Vorpommern | 33 € | -24% |
| Schleswig-Holstein | 31 € | -20% |
| Niedersachsen | 34 € | -12% |
| Baden-Württemberg | 40 € | -10% |
| Bayern | 38 € | -10% |
| Nordrhein-Westfalen | 36 € | -9% |
| Rheinland-Pfalz | 37 € | -8% |
| Brandenburg | 41 € | -7% |
| Thüringen | 32 € | -6% |
| Sachsen | 37 € | -6% |
| Sachsen-Anhalt | 37 € | -4% |
| Hessen | 36 € | -2% |
*Stadtstaaten und das Saarland wurden aufgrund geringer Fallzahlen nicht berücksichtigt.
Aktuelle Buchungslage: Italien meistgebuchtes Herbstziel – Bayern legt um 76 % zu
Italien ist das meistgebuchte Auslandsziel deutscher Camper im Herbst. 27 % der bei PiNCAMP erfassten Buchungen für Reisen im September und Oktober entfallen auf italienische Campingplätze. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Buchungsplus von 20 %.
Ebenfalls stark gefragt sind Kroatien mit 21 % und Frankreich mit 16 % des betrachteten Buchungsvolumens.
Auf Campingreisen innerhalb Deutschlands entfallen 18 % der Buchungen. Besonders stark legt Bayern zu: Die Herbstbuchungen liegen 76 % über dem Vorjahresstand.
„In Südeuropa sehen wir eine zunehmende Verlängerung der Camping-Saison. In Deutschland liegt der Fokus der Camper stärker auf kurzen Wegen und flexiblen Reisen. Bei wechselhafterem Wetter spielen hier Campingplätze ihre Stärken aus, die neben dem klassischen Outdoor-Erlebnis auch Wellness-, Thermal- oder Indoorangebote bieten“, sagt Uwe Frers.
Kurze Herbstreisen werden rund vier Wochen vorher gebucht
Campingreisen im September und Oktober dauern bei den betrachteten Buchungen auf PiNCAMP durchschnittlich sechs Tage. Kürzere Aufenthalte von weniger als sieben Tagen werden dabei vergleichsweise kurzfristig geplant: Zwischen Buchung und Reisebeginn liegen im Durchschnitt rund vier Wochen.
Damit ist auch Mitte September ein Teil der Herbstnachfrage noch nicht entschieden. Für flexible Camper zeigt die Auswertung einen klaren Vorteil der Nebensaison: Besonders in Südeuropa und an den deutschen Küsten kann sich die Verschiebung des Reisezeitpunkts preislich deutlich bemerkbar machen.
Methodik
Die Preisdaten stammen aus einer Sonderauswertung der PiNCAMP Preisanalyse 2026. Ausgewertet wurden die Preisangaben von rund 2.300 Campingplätzen in den wichtigsten Urlaubsländern deutscher Camper. Grundlage der Berechnung ist der Gesamtpreis pro Nacht für eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind bis zehn Jahre inklusive Standplatz für ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen mit Zugfahrzeug; Zeltplätze wurden nicht berücksichtigt.
Für den europäischen Vergleich wurden Deutschland, Italien, Frankreich, Kroatien, die Niederlande, Spanien, Österreich, Dänemark, Schweden, Norwegen, die Schweiz und das Vereinigte Königreich berücksichtigt. Als Hochsaison gelten in der Auswertung die Monate Juli und August. Die ausgewiesenen Nebensaisonpreise beziehen sich auf die übrigen Saisonzeiträume. Bei den Preisen handelt es sich um von den Campingplätzen gemeldete Saisonpreise und nicht um Live-Angebotspreise für einen konkreten Aufenthalt.
Für die Analyse des Buchungsverhaltens wurden die jeweils bis zum 1. September vorliegenden PiNCAMP-Buchungen für Reisen deutscher Camper im September und Oktober ausgewertet. Die genannten Buchungsanteile und Veränderungen beziehen sich ausschließlich auf das über PiNCAMP erfasste Buchungsvolumen.